Die Anwälte der Bücher von morgen, oder: Warum wir Buchblogger brauchen.

2016 ist ein gutes Jahr für Fantasy in Deutschland. Denn:

  1. Endlich führt wieder ein Fantasystoff die Spitze der Spiegelbestsellerliste an (danke Harry Potter, auch wenn du nur ein Bühnenstück bist).
  2. Mit Fischer TOR und Droemer Knaur Fantasy haben sich zwei neue Verlage gefunden, die ein eigenes Fantasy- und Science-Fiction-Label gegründet haben.
  3. Die deutsche Fantasy hat ein neues Gesicht bekommen, und zwar beim ersten PAN (Phantastik-Autoren-Netzwerk) Branchentreffen.
  4. Auf der Buchmesse wird es wieder eine richtige Fantasyparty geben – Cheers!

Das mag sich für viele nach typischem Verlags-Schickschnack anhören, das noch lange nicht irgendetwas über die Zukunft des Genres Fantasy in Deutschland aussagt. Stimmt auch – denn hierzulande orakeln schließlich alle Lektoren, wann denn endlich der nächste Boom in diesem Genre losbricht. Manche hoffen, dass die Science Fiction diese Rolle erfüllen wird; manche warten verzweifelt auf die Rückkehr der Vampire. Und wieder andere kehren der Fantasy ganz den Rücken, verkaufen ihre phantastischen Reihen an die Konkurrenz oder veröffentlichen nur noch Bücher, deren Realismus-Anteil den phantastischen derart überwiegt, dass sie die Auszeichnung „Fantasy“ gleich gar nicht mehr verdienen.

Ja, es stimmt. Die Verlage wissen nicht, wie es mit der Fantasy weitergeht – eines ist aber ganz offensichtlich: Es gibt gerade sehr viele Menschen jenseits der Verlagshäuser, denen es richtig viel Spaß macht, sich mit dem phantastischen Genre zu beschäftigen, Dinge in die Hand zu nehmen und gemeinsam kreativ zu sein. Das sind sowohl die Autoren und die Leser, aber vor allem auch die Cheerleader so mancher Bücher: die Blogger.

Blogger Instagram
Instagram – für Verlage Terra Incognita, für Leser Bücherregal-Schau.

Ihr Buchblogger seid unfassbar. Im positivsten Sinn: Ihr füllt eure Instagram-Alben liebevoll mit Buchcovern, wo andere dutzende Aufnahmen ihrer Katzen, Cappuccinos und Sandwiches in Szene setzen. Ihr seid so gut vernetzt, wie es sonst nur Vertreter der klassischen Medien zu sein scheinen – und nennt euch dabei alle beim Vornamen. Und im Gegensatz zum Feuilleton liebt ihr Fantasy – was euch zu den bedeutungsvollsten Multiplikatoren dieses Genres macht, ob es dem Genre gefällt oder nicht.

Blogger Twitter
In den sozialen Medien formieren sich deutsche Fan-Pages unabhängig von Verlagen – und sind oft besser informiert als diese.

Auf dem PAN Branchentreffen im Frühjahr schlug die Diskussion, warum einzelne Fantasybücher nicht im Feuilleton besprochen werden, hohe Wellen. Deutsche Bestsellerautoren ließen wahlweise beleidigt oder niedergeschlagen den Kopf hängen, während Vertreter der Hochkultur mit erklärenden Worten rangen. Immer wieder wurde der Unterschied zwischen E- und U-Literatur, also ernster oder unterhaltender Literatur betont. Und am Ende waren alle so schlau wie zuvor.

Aber wer sagt denn, dass Fantasy den Weg der alten Medien gehen muss? Gerade dieses Genre, dessen ureigenstes Wesen es ist, Unmögliches möglich zu machen, vermag anders Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Und zwar indem es nicht die klassischen Medien, sondern stattdessen seine Leser mit ins Boot holt: Leser, die vom Verlag höchstpersönlich befähigt werden, am Erfolg eines Buches mitzuwirken, egal ob vor oder nach der Veröffentlichung, sind nicht einfach nur Multiplikatoren. Sie sind Anwälte der Bücher von morgen. Je mehr ein Verlag von diesen hochgradig engagierten Lesern hinter sich hat, umso besser. Und wahrlich niemand liest so viel wie die Buchblogger – und spricht auch noch so leidenschaftlich darüber.

Dieser Post verfolgt einen ganz einfachen Zweck. Er soll zum Ausdruck bringen, dass ihr Buchblogger großartig seid. Jetzt aber genug Verlags-Schickschnack – lasst uns miteinander über Fantasy reden. Zum Beispiel auf Twitter. Oder Facebook. Oder Instagram. So viel es geht!

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